Skip to content

Die Achtfrauenwoche

24. Juni 2013

Der Achtstundentag ist jederfrau und jederman geläufig und vertraut. Es gibt auch niemanden, der ihn verachtet, zumal doch – weltweit, soweit dieser Weltbegriff die sogenannten entwickeleten Länder umfasst – zumal doch ein jeder anerkennt und auch anerkennen muss, dass der Achtstundentag eines der schönsten sozialen Geschenke ist, das sich die arbeitende Gesellschaft selber gemacht hat. Und diese soziale Errungenschaft ist der Gesellschaft und den in ihr arbeitenden Menschen schliesslich nicht vom Himmel herab in den Schoß gefallen. Man braucht sich nur die geradezu entsetzlichen Verhältnisse in Gedanken vor Augen zu führen, wie sie in den Anfangsphasen der sich aufschaukelnden Industriealisierung im beginnenden technischen Zeitalter geherrscht haben, mit sechzehn Stunden Beschäftigung unter den widrigsten Umständen auf Bezug von Licht, Luft und Arbeitssicherheit, von den Übeln der Kinderarbeit ganz zu schweigen. Nennen wir das Kind ruhig und unbefangen beim Namen, die sich entfaltenden Verhältnisse des entstehenden Kapitalismus waren eben so: die Unternehmer, die sich später perverserweise Arbeitgeber nannten, obgleich sie doch die Arbeitsfähigkeit ihrer Untertanen nicht einmal anständig bezahlten, sondern ihre Lohnsklaven ungerührt für einen Hungerlohn schuften liessen, diese sogenannten Unternehmer, sie waren schlicht und unedel gesprochen Ausbeuter und ware Sklavenausnutzer. Es dauerte sehr lange, bis es den Menschen gelang, hiergegen durch entschlossene Solidarität der Unterdrückten eine gewerkschaftliche Gegenmacht aufzubauen. Aber, wo ein vereinigter Wille ist, da findet sich in den meisten Fällen auch ein gangbarer Weg, es gelang den arbeitenden Menschen Schritt für Schritt, der vereinigten Finanzkraft des Kapitals menschenwürdige und menschenmögliche Arbeitsverhältnisse abzuringen. Am guten Ende stand dann der bekannte Achtstundentag, der es im historischen Gedenken dann sogar zu seinem eigenen Feiertag brachte, dem Ersten Mai.

Nun, verehrte Leserin, dies sollte für Sie Einleitung und Einstimmung sein für das, was ich Ihnen eigentlich erzählen möchte. Ihr persönliches Interesse hierfür setze ich einmal – aus einer gewissen Keckheit heraus – nicht ohne eine gewisse Chuzpe voraus, und zwar dies umso mehr, je älter Sie selber sein mögen, älter und damit (in den meisten Fällen) auch erfahrener. Es soll eine ganz allgemein menschlich interessierende und interessante Geschichte werden. Ein spezielles Stichwort allerdings möchte ich ehrlicherweise und aus zwischenmenschlichem Anstand heraus gleich von vornherein verraten oder zumindest anklingen lassen, damit Sie entweder gleich sich als Leserin zurückziehen werden oder – nach dem Motto: nun erst recht – doch aufgeschlossen und vorurteilsfrei dabeibleiben: Alterssex. Dieses Wort wird oft in den Medien mit sichtlich hochgezogenen Augenbrauen ziemlich pejorativ, also sozial abwertend, verwendet. Ich aber bitte Sie, es hier lesend so unbefangen zu nehmen wie etwa die Worte Sonnenschein oder Butterblümchen, zwei andere akzeptierte und gern gesehene natürliche Phänomene.

Zur Person: ich bin Psychologe, Psychoanalytiker und niedergelassener Psychotherapeut. Zu mir kommen die Menschen, die Leute, in den überwiegendsten Fällen, wenn sie persönliche oder soziale Probleme und Schwierigkeiten erkennen und aufarbeiten möchten und meinen, dabei könnte ein Gespräch, ein offenes Ohr beim Zuhörer und eine gewisse Mindestleistung an Empathie auf beiden Seiten von Vorteil sein. Ich bin ein geborener Großstadtmensch, genauer: Berliner, aber ich lebe nunmehr seit Jahren in einer romantischen, verwinkelten süddeutschen Kleinstadt mit einem richtigen biedermeierlichen Marktplatz, auf dem allwöchentlich ein richtiger altmodischer Wochenmarkt brodelt, wo ein vierhundertjahre altes Rathaus in Fachwerkbauweise den ästhetisch-architektonischen Blick dominiert. Und entsprechend verhalten sich hier um mich herum die Menschen, jedenfalls wenn man sie oberflächlich betrachtet. Aus beruflicher Erfahrung weiss ich allerdings, unter dieser Oberfläche ist vieles möglich. Ich habe allerdings gefunden, dass man sich zwar oft wundern kann, wenn man reale Interna erfährt, aber in fast allen Fällen – finde ich – macht dies einem die Menschen eher noch viel sympathischer, als sie es in den meiten Fällen ohnehin sind. Was ich Ihnen, meine Dame,  nun erzählen möchte, ist – muss ich das eigens versichern? – vollkommen wahr und mir hier in meiner kleinen Praxis zu Ohren gekommen, und es soll auch in aller artigen Verschwiegenheit – also vollkommen anonymisiert – wieder erzählt werden. Sozusagen unter uns Pastorentöchtern:

In den meisten Großstädten sind die Psychotherapeuten heutzutage alle bis zum gehtnichtmehr terminlich überlaufen, Stichworte: Stress, Mobbing, allgemeine Lebensangst, die in fast allen Fällen den Undurchschaubarkeiten der allgemeinen Globalisierung und den hieraus resultierenden Unsicherheiten und Problemen, vor allen im Arbeitsleben, geschuldet sind. Das ist nun – gottseidank – bei uns hier in dieser vergessenen Kleinstadt nicht so: die Einwohner der uns umgebenden Städte pflegen zu sagen: ach, bei euch auf dem Dorf. Aber es ist wahr, bei uns geht es, alles in allem, doch noch ein wenig gelassener, bedächtiger und – wie auch ich bislang meinte – durchaus überschaubarer zu. Aber eine der wesentlichsten modernen Verhaltensweisen ist es ja, sich ohne überrascht zu sein einmal überraschen zu lassen:

Neulich, bei mir bekommt man telefonisch ziemlich schnell einen freien Termin, neulich also erschien bei mir eine Dame, eine durchaus ältere Dame. Das erste, was ich von ihr und durch sie lernte, so klein, wie ich gefühlt bislang dacht, so klein ist unser vertrauter Ort nun wiederum auch nicht: ich kannte auf Anhieb nicht einmal die Strasse, in der diese Dame, eine meiner Mirbürgerinnen also, wohnte. Sie war sehr resolut, ich brauchte sie keineswegs und zu keinem Zeitpunkt unseres therapeutischen Gesprächs zum reden zu animieren, wie das oft in bedenklicheren Fällen – zumindest im Anfang der Sitzungen – doch überaus üblich ist. Im Gegenteil, diese Dame plauderte sogleich munter drauflos. Ich merkte es sofort, hinter dem, was sie bei mir loswerden wollte, steckte eine nicht alltägliche Geschichte, doch bald war ich sicher, es würde keine tragische Geschichte sein oder werden. Genau dies betonte die Dame auch sofort eingangs dessen, was sie mir berichten wollte, als sie sagte, sie käme nicht, weil sie etwas Schlimmes bedrücke, im Gegenteil, sie habe eine Geschichte erlebt, ja, sie sei selber Teil dieser Geschichte gewesen, die zwar nun vorbei sei, die sie aber nun durchaus durch Erzählen lsowerden müsse, (ihre Worte), gerade deshalb, weil sie spüre, diese Geschichte sei für alle Beteiligten wunderschön gewesen, gerade wohl deshalb, weil sie so unerwartet sich zugetragen habe, auf eine geradzu märchenhafte Weise.

Sie, liebe Leserin, werden soviel von Psychotherapeuten wissen oder zumindest gehört haben, dass Sie mein Gesicht beim Zuhören dieser Ankündigungen sich mühelos vorstellen können: ich schaute aufmerksam und interessiert, machte mir gelegentlich die eine oder andere Notiz und liess erkennen, dass ich professionell entschlossen sei, mich nicht verblüffen zu lassen. Aber, um ehrlich zu sein, am Ende dieser Beichte – so muss man es nennen, was ich da unter dem beruflichen Siegel der Verschwiegenheit zu hören bekam – am Ende diese Geschichte war ich es dann doch. Und ich bin sicher, liebe Leserin, Sie werden es auch sein, wenn ich erst alles berichtet haben werde.

Was ich auch nicht wusste, (so alt bin ich nun doch wieder noch nicht, und die Dame, von der hier die Rede sein soll, sie hätte ohne weiteres meine Mutter sein können), was mir also unbekannt war, es gab beziehungseise gibt noch in unserer kleinen Stadt einen von der Stadtverwaltung unterstützten Wanderzirkel der Senioren. Sie treffen sich einmal die Woche, geleitet von zwei gleichaltrigen sogenannten Wanderführern, denen das Vertrauen der Stadtverwaltung gehört, denn die Wanderungen werden lässig aber sorgfältig protokolliert, allein schon aus Versicherungsgründen. Denn älteren Personen kann ja beim Spazierengehen, (denn mehr ist dieses Wandern der Senioren ja nicht), immer mal etwas passieren. Es wird also da Wanderziel notiert und die gelaufene Strecke, die Namen der TeilnehmerInnen werden festgehalten – als freiwillige Unterschrift in eine gebundene Liste – man läuft zwei Stunden und kehrt dann in wöchentlich abwechselnden Lokalen ein, wo sich dann ans Wandern ein geselliges Stündchen in Gemeinsamkeit bei Kaffee und Kuchen oder beim Essen und Trinken anschliesst. Dann geht ein jeder für sich nach Hause. Soweit der offizielle, der öffentliche Ablauf dieses senioralen Clubtreibens. Diese Wandergruppe hat – je nach Jahreszeit und Wetterlage – eine Teilnehmerzahl zwischen dreißig und vierzig Personen. Bei der alljährlichen Busfahrt, beim spätsommerlichen Grillfest und bei der Weihnachtsfeier sind es auch schon mal einige Teilnehmer mehr, denn dann kommen auch jene Leute, die keineswegs noch so gut zu Fuß sind, als dass sie ständig dabei sein mögen. Alle Teilnehmer duzen sich, alle sind ja Rentner oder Pensionärinnen, es gibt eine Schriftführerin, die auch die Kasse verwaltet und eine Liste mit den Anschriften, den Telefonnummern und – das Wichtigste – mit den Geburtstagen! auf dem Laufenden hält. Niemandes Geburtstag wird hier vergessen. Kurz: Die Herren und Damen dieser Wandergruppe sind ein Herz und eine Seele, eben wie eine Familie. Die Crux ist nur – jedenfalls aus dem Erlebnisblickwinkel der beteiligten Damen: es gibt – naturgemäss – viel zu wenig wandernde Herren, denn das Verhältnis der Frauen zu den Männern weicht hier sehr stark von der üblichen sozialen Normalverteilung ab: auf drei bis vier Frauen, die allwöchentlich teilnehmen, kommt eben – leider – nur ein Mann. Den wandernden Frauen sind in fast allen Fällen die ehemals angetrauten Ehemänner oder Lebensabschnittsgefährten schlicht und wie nach aller lebenserfahrung zu erwarten: gestorben.

Liebe Leserin, das Telefon klingelt, davon ist man ja auch in einer Kleinstadt nicht verschont, ich melde mich später !

Jetzt stehe ich tief in der Schuld meiner geduldigen Leserinnen, denn ich bin ihnen ja schon lange das Ziel meiner kleinen Geschichte schuldig. Ich will also nun möglichst schnell und kurz und bündig berichten, was mir selber berichtet wurde:

Auch bei den wenigen Männer gab es eine Differenzierung, die den beobachtenden Frauen der Gruppe durchaus bekannt und geläufig war: Alle wandernden Männer waren nicht nur verheiratet, sie hatten auch ihre Frauen noch im familiären Bereich um sich. Ja in einigen Fällen brachten sie ihre Ehefrauen sogar schiedlich friedlich zum allwöchentlichen Wandern mit. Traf solch ein Wanderehepar am Treffpunkt ein, trennten sie sich sofort: die Frau ging zur Gruppe der Frauen, der Mann zu den Männern. Eine allen vertraute Ausnahme gabe es: das war Sebastian. Er war niemals verheiratet gewesen, obwohl gerade er es war – nach Ansicht der anwesenden Frauen – der am besten verstand, mit Frauen umzugehen, auf sie einzugehen, kurz, Sebastian war ein Frauenflüsterer, wie die Romanautoren das neuerdings zu nennen belieben. Dieser Sebastian hatt es insofern den Frauen angetan, dass eine jede sich nicht nur gern mit ihm unterhielt, weil er sich erkennbar auf Frauenthemen verstand. Alle Frauen waren auch stets um sein leibliches Wohlergehen besorgt und er musste stets berichten, ob er regelmäßig und ausreichend zu essen wisse, weil er ja Selbstversorger war. Wenn nach dem zweistündigen Wandern eingekehrt wurde, jeder Woche abwechselnd in einem anderen der bekannten und vertrauten Retsaurants des Ortes, dann wollten alle Frauen in Sebastians Nähe sitzen, und über alle Tische hinweg flogen die interessierten Fragen auf ihn zu, wie es ihm gehe, wie er sich fühle, ob er genügend esse und vor allem, ob es auch das richtige sei. Sebastion gab stets freimütig Auskunft, so dass die gesamte Gruppe über sein Befinden gut unterrichtet war. Hieraus ergab sich wohl – niemand wusste genau zu sagen wann – dass Sebastion von einer der verwitweten Damen zum Essen eingeladen worden war. Er berichtete selbstverständlich offen darüber und alle anderen wussten somit Bescheid. Das wollte aber so manche andere Dame so nicht auf sich sitzen lassen. Kurz: er wurde auch von anderen Frauen zum Mittagessen eingeladen, und alsbald hatte es sich so ergeben, dass Sebastian für einen jeden Wochentag eine feste Einladung bei einer bestimmten Dame hatte. Sebastian war es so zufrieden, für ihn hätte es auf diese Weise ewig so weitergehen können. Aber es kam Bewegung in diese Idylle, als eine der noch nicht bei Sebastian engagierten Damen forderte, sie möchte selbstredend in diese charitativen Versorgungsreihe eingegliedert sein. Oho, hies es sogleich in der offenen Diskussionsrunde, wie das, man sei ja schliesslich bereits komplett, und länger als eine Woche wollte keine der hilfswilligen und kochbereiten Damen auf Sebastians Anwesenheit in ihrer Küche und an ihrem Mittagstisch verzichten müssen. Dennoch ergab sich schnell folgender Kompromiss, der das Anliegen der neuen andringenden Dame genau so befriedigte wie die Bedürfnisse des bereits allseits versorgten Sebastian: Es wurde die gleitende Achtfrauenwoche kreiert, ausprobiert, und sie bewährte sich sogleich zu aller Zufriedenheit. Sebastian ging also nach wie vor täglich zu einer anderen Dame in die Wohnung, herzlich eingeladen, zu essen, was sie gezielt für ihn gekocht hatte, nur: jetzt konnte Sebastion nicht mehr den einzelnen Wochentag mit einer bestimmten Dame und ihren Kochkünsten assoziieren, jetzt galt es für ihn, einen kompliziertere Kalenderführung einzuführen und zu beachten. Aber daran war er nun auch schnell gewohnt und das klappte gut zu aller Zufriedenheit. Des morgens, gegen zehn Uhr, wurde Sebastian angerufen, jeweil von der Dame, die nach der festgelegten Reihenfolge an diesem bestimmten Tage Küchendienste zu versehen hatte. Man begrüsste sich freundlich am Telefon und die beiden Parteien verständigten sich schnell mit der alltäglichen Routinefrage: Sebastian, alles klar?, heute bei mir ! Sebastian bestätigte das Arrangement und erschien pünktlich um 12.30 Uhr bei seiner – nun täglich gleitenden – Tagesdame.

So wie ich das hier als Wiedergabe schildere, genau so hat es mir die Dame in meiner Sprechstunde heiter und offensichtlich zufrieden, ja sogar beglückt, wie mir erschien, berichtet. Es muss einige Jahre in dieser Weise in diesem Sondersegment dieser Wandergruppe so zugegangen sein. Warum aber, so fragte ich mich, als Zuhörer, doch bald, warum kam dann diese Frau in meinen Sprechstunde und erzählte mir mit zwar sprudelnden, doch stets wohlgesetzten Worten diese Geschichte? Das wurde durch ihren Bericht schnell klar: Sebastion war im schönen Alter von 84 Jahren vor einigen Tagen friedlich verstorben, regelrecht eingeschlafen, ohne sich je über irgendwelche Beschwerden körperlicher Art bei irgend jemanden, die mit ihm verkehrten, beschwert zu haben. Der Notarzt wurde gerufen, doch der konnte nur bedauernd mit den Schultern zucken und erklären, tot sei eben tot, und es sei hier – leider, wie er einfühlend hinzufügte – nichts mehr zu machen. Das Pikante an Sebastians Ableben war nur: Er war im Schlafzimmer der Dame verschieden, die an diesen Tage gerade Küchendienste für ihn verrichtet hatte. Die Aufregung war selbstverständlich riesengroß, und das traurige Ereignis sprach sich in der kleinen Kreisstadt wie das sprichwörtliche Lauffeuer herum, besonders schnell selbstverständlich in der ausgezeichnet organisierten Mittwochswandergemeinde und dort vor allem unter den beteiligten Frauen. Die Dame in meiner Praxis, die mir so anschaulich schildernd am Schreibtisch gegenüber saß, verdrückte an dieser Stelle des Berichts nun doch verschämt einige Tränen. Und ich gebe sofort zu: wir waren beide gerührt von dieser ans Herz fassenden Geschichte. Ich fragte die Dame, wie es denn nun weitergehen würde? Nun, meinte sie gefasst, solch einen Sebastian gebe es ja für alle Beteiligten nicht noch ein zweites mal. Sebastian hatte keine Familie, er hatte aber gut vorgesorgt. Seine Leiche wurde eingeäschert, und die Urne sollte in drei Tagen an einer Urnenwand, wie es heute üblich geworden sei, beigesetzt werden. Die Dame schlug vor, ich solle sie doch, bitte, zu dieser kleinen Feier begleiten, damit ich den Kreis der betroffenen, aber auch glücklichen Achtfrauenwoche, wie sie diesen Club nannte, selber kennenlernen konnte. Denn diese Damen, das ergänzte sie ein wenig beschämt, aber doch offen und frei, diese Damen hatten nach dem traurigen Ereignis einander einbekannt, das Unglück hätte eine jede von ihnen genau auf die gleiche Weise auch treffen können. Denn es hatte sich stillschweigend so eingebürgert, dass Sebastian nach dem Essen mit der jeweiligen Dame ein kleines Likörchen trank und dann ein heiteres kleines Nickerchen im Schlafzimmer, also im Bett dieser Dame genoss. Die Berichterstatterin versichert mir aufrichtig und glaubhaft, die Erinnerung an diese Nachmittage sei allen beteiligten Damen tief ins Herz eingeschrieben. Ich solle doch kommen, und an der kleinen Beisetzungsfeier teilnehmen, um mich selbst davon zu überzeugen, dass hier acht glückliche Frauen um einen liebenswerten Mann und Menschen trauerten.

Damit endet mein Bericht über das Seligmachen selbstloser Liebe und selbstlos egoistischen Menschseins. Ich versichere, ich habe acht glücklich strahlende Augenpaare gesehen, wenn sie auch voller schmerzlicher Tränen waren.

Advertisements

From → Uncategorized

Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: