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Man soll sein Licht nicht unter dem Scheffel vergessen gehen lassen …

26. Januar 2013

Die Umstände bringen es so mit sich: man hat ein paar Gedanken, denen man nicht ausweichen möchte, man hängt aber gerade am Haken einer fremden Argumentationsweise, also man schreibt einen Kommentar, und schon sind diese eigenen Gedanken in der Unendlichkeit des Internet vielleicht nicht verschwunden, aber sie segeln nun unter fremder, wenn auch freundschaftlich verbundener Flagge. Dennoch (und deshalb) sollen sie hier unter meinem eigenen Namen wiederholt werden: 

 

Uff, es ist schwer und schwierig, belastet wie befruchtet von den Einsichten und Ansichten wie Aussichten dieser klugen Kommmentierungen ausgehend, selber noch einen Gedanken zu wagen, der sich weder kritisch ( also auch nicht klugscheisserisch) geben will, aber auch nicht gleich und voreilig von den sich auftuenden Komplexitäten davonlaufen möchte, sei es nun aus kluger Angst eines zum Leben entschlossenen Fluchttieres oder der vernebelnden Furcht eines von seinen eigenen Dämonen verhexten Nichtmehrweiterwissers.

“Unser heutiges Standardmodell mit Urknall und Higgs-Boson ist nichts anderes als sedimentierte Komplexität”. Das – meine ich – ist nicht nur eine kluge und damit vernünftige (also: auch die intrinsischen Grenzen der Vernunft akzeptierende) Einsicht, sie zeigt uns auch, wo es – paranoid oder blank vernünftig – weitergehen könnte. Wobei ich davon ausgehe, das Paranoia kein Manko der Vernunft ist, sondern schlicht ihre Zwillingsschwester. Denn genau in dem Augenblick (sic), also im Ereignishaften einer Beobachtung, wo sich die Vernunft ihrer endlichen Begrenzung bewusst wird und ohne Fluchtreflex sich der Einsicht stellt, dass da im Inneren der eigenen, emotional sich ausdrückenden, Körperlichkeit, dunkle Einsichten rumoren, die man beim besten Willen noch nicht artikulieren kann, (weil einem sowohl Worte wie empirische Fakten fehlen), genau in diesem Augenblick wird einem doch klar, die erkenntnisgetragene Situation und Lage des kognitiven Strebens ist ja nicht auf eine apokaliptische Weise dem Untergang und der Zerstörung geweiht – trotz der Einsicht, an einem gedanklichen Abgrund entlang zu wandeln – sondern sie sieht es plötzlich positiv: Wir stehen im besten Sinne in den Startlöchern einer zu grandiosen Erkenntnissen führen könnenden Ausgangslage:

Wir treten gelassen zurück, betrachten das beachtliche Gesamtgebäude der überlieferten und (durchaus dogmatisch) tradierten Erkenntnisse der fortgeschrittenen Menschheit: Sieht erst einmal gut aus, scheint überraschend plausibel, konsistent, kohärent und konkludent, leuchtet also fast mühelos ein. Und genau dies allein sollte uns, den Exekutoren einer unzureichenden und als unzureichend erkannten Vernunft, doch positiv misstrauisch machen:

Die mathematikgestützte Physik, also das härteste Denkmaterial, was wir vorzuweisen haben, bekennt freimütig, (und damit aber auch mit neuer, unglaublich anwachsender Komplexität drohend): Was wir wir über Materie wissen, dieses gewaltige Ausdruckskompendium, es bezieht sich erklärtermaßen auf nichts weiter als 5% des mit großer Sicherheit Gegebenen. Wenn wir die Summe aller unserer in 500 Jahren gewonnenen empirischen Erkenntnisse nicht einfach in den Rauch des Vergessens schreiben wollen, dann müssen wir 1) anerkennen, dass wir unser Denkgebäude nur halten können, wenn wir anerkennen, es habe keinen Halt, wenn die noch unbekannten aber gewaltigen Größen der zur Zeit nicht einmal annähernd zu beschreibenden Faktoren Dunkle Materie und Dunkle Energie nicht schlüssig in dieses Denkgebäude eingebaut werden können und 2) da die Natur uns die Notwendigen Einsichten nicht im Schlaf schenken wird, werden wir uns entschlossen und gewaltig die Ärmel hochkrempeln müssen und auf allen einschlägigen Forschungsgebieten im wahrsten Sinne des Wortes zur Tat schreiten.

Was soll ein Gehirntier, wie wir eines sind, denn weiter oder anderes tun, als genau da weiterzumachen, wo wir im Moment im miesesten Sinne des Wortes “stehen”? Wir müssen weitermachen und weitergehen, wenn nicht alles Denken umsonst gewesen sein soll. Und dann sind für dieses Weitermachen ALLE aufgefordert: die coolen Vernunftrechner vorneweg, dann folgend die als verrückt und als Aussenseiter verschrieenen Nebendenker der Paranoia, die sogenannten Meckerer, die man artig Kritiker nennt, obwohl sie manchmal wirklich nicht mehr sind, (aber unverzichtbar), als die den Dreck zusammenkehrenden Putzfrauen des allgemeinen Denkbetriebs.

Bei Lichte und fröhlich betrachtet ist unsere intellektuelle Lage doch gar nicht so schlecht und aussichtslos: Welche riesigen Scheisshaufen an Aberglauben haben wir nicht in den letzten 500 Jahren in die Kloake des Vergessens hinunterspülen können. Damit sollten wir heiter weitermachen und nicht vorschnell weder 1) die Flinte, die oft nicht schiesst, ins Korn werfen und 2) auch niemand von diesem Spiel, dessen Ausgang doch keiner kennen kann, (soviel haben wir doch von der Evolution und ihrer Bockigkeit begriffen), auf voreilige und damit unfaire Weise auszuschliessen.

Rudi K. Sander alias dieterbohrer aka @rudolfanders aus Bad Schwalbach.

 
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