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Nichts kann einen so verblüffen, wie wiedergefundene eigene Texte:

10. März 2012

Es ging irgendwo in einem bekannten BLOG um Feminismus. Dazu habe ich mal – im Zorn über die Verbohrtheit mancher KommentaTOREN – folgenden Kommentar geschrieben:

Wahrscheinlich verstehe ich von all dem nicht allzu viel. Das es ein wahrhaft komplexes Thema ist, wird wohl niemand bestreiten. Man kann es aber brutal vereinfachen, ohne sich selber vorhalten zu müssen, man wolle einen Beitrag zum Fundamentalismus abliefern.

Also ich sehe das so: Das Thema ist nichts weiter (und “nichts weiter” heisst selbstverständlich: es ist durch nichts zu unterbieten) als blanke Sexualität, (fast hätte ich geschrieben, es ginge schliesslich nur ums Ficken, aber ok.k., ich habe mich selber schon gebremst).

Ich bin nicht versiert genug, um allen schlüssig nachzuweisen, wann und durch wen zum ersten Male in der ideologischen Geschichte der Menschheit einer aufgetreten ist, der glasklar erklärt hat, Frauen taugen nichts, sie seien minderwertig, das Gelbe vom Ei seien unabweisbar die Männer. Warum das dann in den urzeitlichen Verbreitungsmedien sich durchgesetzt hat, ich kann es nicht beurteilen. Nehmen wir als Schlüsseldatum doch nur diese idiotische Äusserung dieses umtriebigen Mittelmeervereinsmeiers namens Paulus. Wenn die Überlieferung stimmt. soll er einmal – bevor er im Drogenrausch oder was weis ich vom Pferd gefallen ist – Saulus geheissen haben. Dieser Superorganisator, der eigentlich den Pressionsverein Christentum erfunden und irgendwie durchgesetzt hat, dieser Onanieversager muss irgendwann einmal ein schreckliches Erlebnis mit Frauen gehabt haben, dass er sich aufgemacht hat, die Frauen ein für allemal zu verteufeln. Warum sich diese trübe Idee dann auch noch zweitausend Jahre lang als Gesellschaftsmaxime gehalten hat, weiss ich nicht. Dass es so ist, wissen wir alle.

Dann kam der erste Weltkrieg, es fehlten Strassenbahner, also zogen sich die Frauen die Hosen an, und klingelten eben selber ab: Zurückbleiben!. Durch die mörderischen Materialschlachten fehlten auch bald in den Fabriken die Männer zum Granatendrehen, also mussten wieder die Frauen ran. Meine Grossmutter war bei Borsig in Berlin auch eine von diesen kapitalistisch ausgenutzten Weibern. Als sie dann allerdings ihre Kollegen – soweit es noch welche gab – und ihre Kolleginnen agitierte, im Sinne von “nieder mit den Waffen”, wurde sie entlassen. Ihr Mann war im Felde, und weil sie sechs Kinder ernähren musste, wurde sie bei der Berliner Wach- und Schliessgesellschaft Wachmann (pardon: Wachfrau) und kontrollierte nächtlich – mit Taschenlampe, Stechuhr und Pistole – Berliner Industriebetriebe und Lagerhäuser. Dass eine solche Frau sich nach dem Weltkriege von keinem mehr dreinreden lassen wollte, brauche ich keinem zu erklären. Auch den Rest kann ich mir schenken. Jeder kennt ihn ja. …

Als ich so um 1955 in der Industrie arbeitete, und weil ich im Betriebsrat war und mir so bei Einstellungen meine Gedanken machte (welche Lohngruppe?), wurde mir eines schnell klar: als Feinmechaniker würde ich niemals eine wirkliche Familie ernähren können, ein Facharbeiterlohn war diesbezüglich schon damals ein Witz, also verzichtete ich auf Kinder, ochste mich halbwegs “nach oben” und ging 1985 als Technischer Oberamtsrat in Pension. Ich bekomme – obgleich mir nur 67% des Grundeinkommens meiner Sparte zustehen – eine Pension von rund dreitausend Euro, zusätzlich für 15 Jahre in der Industrie noch eine Rente von knapp 500 Euro. Das alles für 43 Jahre “malochen”. Meine Frau aber, die auch 33 Jahre berufstätig war, allerdings immer als ungelernte Angelernte, sie bekommt für all ihre Mühen nur schlichte 507 Euro Rente. Ohne mich wäre sie also ein Fall für Hartz IV. Klar, dass meine Frau sauer ist und auf alle Politik scheisst, vor allem auf die Sozialpolitik.

Ich hätte mich mit meinem Bericht gedanklich verzettelt und das Thema verfehlt? Hoppla!, der ganze sogenannte Feminismus und alles was so dazu gehört ist nur von den frustrierten Männern inszeniert worden: Wenn die Frauen aufmucken wollen, dann muss man sie arbeitend kaputtmachen: sollen sie doch in alle Berufe und Branchen eindringen und den Männern die Arbeitsplätze wegnehmen, sie sind schlicht die ideale Reservearmee. Die Bosse spielen die Frauen gegen die Männer aus, dann macht am schlechten Ende keinem mehr das Vögeln spass, und dieser idiotische Paulus hat seinen Willen: die Frauen schweigen nun zwar nicht, aber jetzt haben sie genau so wenig zu sagen wie ihre Männer. Das arme Opfer sind leider die Kinder, weil ihnen langsam die Massstäbe für alles verloren gehen. Die Kapitalisten und die Pfaffen aber sind es zufrieden: die Renditen stimmen und das Vögeln ist wieder einmal von Zweifeln zerfressen. Keiner blickt mehr durch, alles geht seinen zum allgemeinen Maulhalten tendierenden Gang. Was will die Elite mehr?

Heute bin ich – durch falsch klickendes, dem Zufall ausgelieferndes Suchen – wieder drauf gestoßen und war doch ziemlich überrascht, was einem so einfällt, wenn man ganz locker ist beim Schreiben.

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