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Die Entwicklung der Musik von der Stammesgesellschaft bis hin zur nächsten Gesellschaft

28. Februar 2012

Luhmann hat uns zwar “Die Kunst der Gesellschaft” gegeben, doch “Die Musik der Gesellschaft” ist er dieser Gesellschaft schuldig geblieben. Davon kann man ihn freisprechen: nobody is perfect.

Es liesse sich nun selber fragen, welche Musik zu einer jeden Epoche gehört und wie die Musik als Idee und als eine Ansammlung und Versammlung von akustischen und ästhetisch geordneten Sinnfiguren durch die vier Luhmann-Baecker-Epochen sich hindurch assozialisiert hat: Hans Heinrich Eggebrecht, zum Beispiel, hat dies ja – auf seine Weise – getan in seinem Buch “Musik im Abendland”, Serie Piper (1996), Piper Verlag (1991).

Das liesse sich – grob – so umschreiben: In der Stammesgesellschaft sind die reisenden Poeten mit der Kithara unterwegs und erklären den Menschen singend (Sprechgesang) auf sieben Seiten die vielen semantischen Seiten der Welt. In der Adelsgesellschaft mit ihrer jeweiligen Konzentration und Lokalisierung an den Höfen, auf den Burgen und in den Schlössern verbessern und vervollkommnen bezahlte Höflinge (Haydn, Händel, Mozart, Beethoven) jene klare Musik, welche die Mönche entwickelt und in den Nonen aufgeschrieben haben, und die sich dann in Notre Dame aus der anfänglichen Linearität des Chorgesangs der Gregorianik entwickeln konnte, weil man der ersten Grundstimme parallel einen Diskant in Terz- oder Quint-Abstand hinzufügte, woraus sich dann die tragende Melodie entwickelt mit der Grundstimme als dem begleitenden Generalbass. In der Moderne, die in der Musik aber später einsetzt als schon bei der Französischen Revolution. Nachdem sich in der Klassik und Romantik, getragen vom zur Macht aufgestiegenen Bürgertum, die Polyphonie hat austoben können, in dieser musikalischen Moderne, angefangen mit Wagner und seiner unendlichen Melodie, explodiert dann die Musik als System der Harmonik und Chromatik, wird zur Zwölftontechnik und Serialität (Zuspitzung mit Leuten wie Stockhausen und Nono), und fährt nun ab auf der für vollwertig erklärten Halbtonreihe der diatonischen Tonleitern, alle Chromatik offensichtlich verachtend. Nachdem dies dann alles noch im Bürgertum ausbuchstabiert worden ist, übernehmen jetzt anschliessend und alles unterkomplex verflachend, dafür sich voll über das gemeine Volk ausbreitend, die Prekarier (Nordengland: Beetles mit Beat und Rolling Stones) die Pragmatik der Musik und sie werden dabei reich und tragen sie mit Hilfe des Computers und der Mp3-Digitalisierung und auf der medialen Ebene von Youtube über die ganze Welt als die Hauptkorsettstange der Globalisierung. Damit schlittert die Gesellschaft dann auch musikalisch in die nächste Gesellschaft der Computerei und der kommunikativen Vernetzung.

Hierbei lasse ich es erst einmal bewenden.

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2 Kommentare
  1. Beat. Beatles. A!

    • Ach, @jacobo, mein uraltes, mangels Übung, (keinen Partner; und nur einmal im Jahr lese ich ein ganzes Buch, um nicht vollkommen einzurosten), also mein invalides Englisch: diesmal war es offensichtlich sogar Freud’sch verräterisch: ja, Beat; die armen Beetles.

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