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Teufel Staat – falls er dich führt: in Versuchung

18. Februar 2012

Die Leute, die noch in die Kirche gehen – und in den USA sind das immer noch sehr viele – sie beten innig, der Teufel möge sie nicht in Versuchung führen. Aber heutzutage ist ohnehin alles vollkommen anders: Eine Umfrage in Hessen habe ergeben, praktisch kein Mensch glaubt noch an einen personifizierten Teufel mit Hörnern und Klauen und einem Pferdefuss, mit roten Haaren und mit einer verführerischen Stimme: Ich bin die Kraft, die stets das Böse will und doch – am Ende? – das Gute schafft. So etwa hat es noch unser grosser Dichter in seine unnachahmlichen Verse gebracht.

Die gleiche Umfrage habe ergeben, dass praktisch alle der Befragten an das Gute glauben – möchten: an das Gute in der Welt als eine immer vorhandene und uns allen gegebene Möglichkeit der persönlichen Sinngebung des eigenen Lebens.

Da erschreckt es einen doch in den Nachrichten zu hören, es könne der Staat selber sein, der – im ordentlichen Bemühen, alles erdenkliche Böse von seinen Bürgern fernzuhalten – von ihm selber akribisch ausgesuchte Bürger hinzuführen zu Taten, die sich nicht einmal der klassische Teufel auszudenken gewagt hätte, wenn er im vermeintlichen Auftrage Gottes, des Weltenlenkers, darauf aus war. durch falsche weltliche Heilsversprechen arme, schwache und leichtsinnige Seelen zuerst einmal führend zu verführen, um sie dann am Ende vielleicht doch zu retten, weil es nämlich immer der Teufel selber ist, der sich selbst betrübt und betrügt:

Da gehen in den USA staatlich besoldete und bestens ausgebildete Sicherheitsbeamte hin und suchen sich eine arme verführbare Seele aus. Sie becircen diesen unschuldigen aber nicht durch Bildung und Ausbildung gefestigten Menschen, er möge doch hingehen und sich aufmachen, um – ausgerüstet mit einem staatlich angefertigten und angelieferten (falschen) Sprengstoffgürtel – den Senat oder das Repräsentantenhaus in die Luft zu sprengen, wie weiland Guy Fawkes in England es getan hatte mit seinem Schwarzpulveranschlag auf das königliche Parlament.

Der solcherart zum Vollzug des Bösen von den staatlichen Verführern ausgesuchte Mensch ziert sich zunächst, weil ihm sein gesunder Menschenverstand sagt, solche eine schreckliche Tat könne nicht im Sinne eines gerechten und gütigen Gottes sein. Doch seine teuflischen Verführer lassen nicht locker. Sie drehen ihn sozusagen um, sie wenden seinen Blick auf eine angeblich gegebene Welt der Verderbnis, die es auszulöschen gelte. Und – horribile dictu – sie haben am Ende sogar Erfolg: dieser arme Mensch lässt sich doch tatsächlich zu einer solchen von seinen Verführern bis ins Detail ausgemalten Tat hinreissen, auch wenn – zu allem Glück – das Ganze nur ein seelenverderbendes teufliches Spiel ist. Sie liefern ihm den angeblich präzise präparierten Sprenggürtel, er gürtet sich, vollkommen bereit, das Schlechte und Unvorstellbare tatsächlich zu tun und auftragsgemäss auszuführen. Diese treue, seinem vermeintlichem Gott treue und glaubensstarke Seele geht so ausgerüstet zuvor noch hin in ein Gotteshaus, um zu beten, dann macht er sich auf zum Kongress, um dort seine ihm aufgeredete und eingeredete Tat zu vollbringen. Auf diesem seinem vermeintlichen letzten Wege, erfüllt von gottestreuen Gedanken, wenn auch vollkommen unkritisch geführt und verführt von staatlich besoldeten Führern als Menschenverführer, da wird er von seinen Anstiftern verhaftet und die erklären dem Richter und der verblüfften Öffentlichkeit: Man habe zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung eine böse Tat verhindert. Und sie lassen sich auch noch von einer ebenso unkritischen medialen Öffentlichkeit öffentlich loben.

Das ist die Rolle, die der moderne Staat in seiner angeblich so vernunftgesteuerten Selbstverblendung seinen unschuldigen Bürgern aufdrängt. Und wir lernen daraus: Die organisierte Anarchie, das ist heutzutage die aus allen Fugen geratene Staatsmaschine selber. Der moderne funktional ausdifferenzierte und zur blanken Funktionalität pervertierte Staat ist zum institutionalisierten Bösen selbst geworden. Die zum Guten strebenden Bürger haben nun die Daueraufgabe, diesem zum Grossverbrechen neigenden Staat auf seine schmutzigen Finger zu klopfen, ein jeder dort, wo es ihm mit seinen schwachen Mitteln möglich ist, eingedenk des Erich-Kästner’schen Mottos: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es!

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